Bulletpr00f's "Black 'n White" - Tagebuch (never ending story...)

Bulletpr00f

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Ich habe aktuell überhaupt keine Zeit (übrig), aber ich nehme sie mir für diesen Rechner. Profil für den Slot PC leg ich an, wenn ich den das nächste Mal starte (dazu müsste ich ihn allerdings erst mal aufbauen, steht nämlich irgendwo unter 'm Schreibtisch; mein Büro ist noch immer reines Chaos und Unordnung, Aufräumen hätte hingegen keinen Sinn gemacht, solang der Rechner nicht wieder fertig ist, sonst mach ich mir die Arbeit doppelt).
 

Bulletpr00f

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CPU Köpfen

Lange hat es gebraucht, bis ich mich dazu durchgerungen habe - wobei es da weniger am Elan oder dem Willen, sondern vielmehr am sündhaft teuren Tool und der Unlust, deswegen wieder das System zu zerpflücken gelegen hat. Immerhin nutzt man es nicht täglich (es sei denn für Aufträge, die ich diesbezüglich aber noch nicht hatte). Da ich hingegen durch den Wiedererhalt meines Boards eh zum Basteln aufgelegt war, ging es zunächst mal an das Köpfen.

Vorab: dies stellt keine Anleitung, sondern lediglich meine durchgeführten Arbeitsschritte dar. Jegliche Schritte / Modifikationen, die ihr in der Art an euren CPUs durchführt, führen zum sofortigen Garantieverlust und können irreperable Schäden an CPU und System zur Folge haben! Für dedizierte Fragen zum Köpfen bitte PN. Alle (auch teils mit Hersteller) benannten Utensilien dienen nicht als Werbung, sondern nur der exakten Auflistung von mir genutzten Mitteln.

Benötige bzw. von mir genutzte "Werkzeuge" / Hilfsmittel:
  • Delid-Die-Mate 2
  • Thermal Grizzly Conductonaut Flüssigmetall-Wärmeleitpaste (nebst beiliegendem Zubehör)
  • Klebestreifen
  • klarer Nagellack
  • Hochtemperatur-Silikon
  • eine CPU - in meinem Fall der i7 4790k von Intel
IMG_20180822_171126.jpg IMG_20180822_171224.jpg

Schritt 1:
  • das Köpfen selbst: verwendet wurde der "der 8auer Delid-Die-Mate 2" (aus Metall), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von @Snuffy
    • der HS wird vom Prozessort durch gleichmäßig auf eine Kante verteilten Druck "herunter geschoben", völlig Risikofrei, da er nur mit Silikon verklebt ist und sich somit ohne großen Kraftaufwand lösen lässt.
  • 2 Bilder vom nun abgenommenen HS, gut ersichtlich: die nahezu gar nicht vorhandene und völlig vertrocknete WLP vom Hersteller
IMG_20180822_215610.jpg IMG_20180822_215614.jpg

Schritt 2:
  • das Reinigen und Isolieren: zuerst mit Küchenkrepp (Küchenrolle) die groben Reste der WLP entfernt, mit dem Fingernagel das übrige Silikon auf dem Prozessor selbst - und einem Kunststoffspachtel auf dem HS entfernt, anschließend mit dem beim Conductonaut beiliegendem Reinigungspad (Alkohol getränkt, aus der Medizin) die komplette Oberfläche von Prozessor und HS gesäubert, um Rückstände, Fette etc. zu beseitigen. Danach die freien Kontakte zur Isolation mit klarem Nagellack "isolieren", denn würde ein leitender Werkstoff damit in Kontakt kommen, hätte das einen Kurzschluss und die Zerstörung der CPU zur Folge. Also reine Vorsichtsmaßnahme. Sobald der Nagellack (natürlich können auch andere Werkstoffe genutzt werden) getrocknet ist, habe ich die Die durch Aufbringen von Klebestreifen nochmals isoliert, damit vom Flüssigmetall nicht doch etwas "daneben" geht.
IMG_20180822_221934.jpg IMG_20180822_223401.jpg

Schritt 3:
  • das Aufbringen des Flüssigmetalls und Wiederverkleben mit dem HS: ein winzig kleiner Tropfen aus der Tube genügt völlig für die komplette Die. Das Flüssigmetall wird mit den beiliegenden schwarzen "Wattestäbchen" gleichmäßig verteilt, tupfen hat sich hier als die sinnvollste Variante herausgestellt. Ebenso habe ich auf dem HS (also dessen Innenseite, welche auf der Die anliegt) etwas Flüssigmetall verteilt, in Position der Die. Daraufhin wurden die Klebestreifen wieder entfernt und auf den Rand des HS eine dünne Schicht Hochtemperatursilikon (schwarz, bis 250°C, aus dem Baumarkt) aufgetupft, ebenfalls mit einem (diesmal aber handelsüblichen) Wattestäbchen. Gestaltet sich so recht einfach. Hier sollte man im Übrigen nicht zu üppig vorgehen - keinesfalls "viel hilft viel", denn das Silikon dient nur als Klebeschicht um den HS wieder an den Prozessor zu "binden". Der Prozessor wird erneut in den Delid-Die-Mate eingespannt (die Schablone für den perfekten, zentrierten Sitz, ist hier sehr hilfreich - und mit der kleinen Schraubzwinge angepresst. Aushärten dauert etwa eine Stunde.
IMG_20180822_223725.jpg IMG_20180822_225123.jpg

Und das wars auch schon. Kein Hexenwerk, aber eine doch recht filigrane Arbeit, die ich "Grobmotorikern" nicht ans Herz legen würde und welche auch einen Hauch Perfektionismus verlangt.

Eingebaut ist das Baby schon wieder, starten tut er auch ohne zu Murren. Erste kurze Tests haben eine idle-Temperatur (bei Umgebungstemperatur 25°C) von 28°C ergeben. Kein Richtwert, denn beim Köpfen geht es nicht um eine Verminderung der Temperatur im Idle, die man schlichtweg mit handelsüblichen Luft oder Wasserkühlern nicht groß beeinflussen kann, sondern um die Wärmeabfuhr / -leitfähigkeit unter Last, also dann, wenn zusätzlich eben eine Menge Wärme produziert wird. Wie sich das in meinem Fall verhält, werden spätere Tests zeigen.
 

Bulletpr00f

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Kleine "nebenbei-Info": Ja, das Board ist gekommen und ich hab, nebst dem Köpfen, auch den ganzen Nachmittag, Abend und bis in die Nacht hinein dran gearbeitet und das System wieder umgebaut. Mit dem Ergebnis: Fehler ist nach wie vor vorhanden und auch genau in der Art und Weise, wie ich ihn gemeldet hatte. Angeblich durch ASUS ja behoben bzw. der RMA nach der Prüfung mit "keine Fehler" abgeschlossen.

Was mach ich jetzt?... Erst mal bei ASUS anrufen, sobald die erreichbar sind. Fakt ist, ich will das System nicht noch mal zerlegen... also werd ich wohl mit Single-Channel und nur 16GB RAM leben müssen :( Möchte mich mal jemand aufheitern? Tut euch keinen Zwang an...
 

Bulletpr00f

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Sehr angenehmes Gespräch mit dem technischen Support von ASUS gehabt, der mir aber leider auch zu einem erneuten Einschicken (diesmal aber ohne Zwischenstation bei Alternate...) geraten hat. Im Prüfbericht bei ASUS war der Vermerkt "keine Fehler gefunden" zu sehen, was mir natürlich nicht viel bringt, erst Recht nicht in Anbetracht der 4 Wochen, die DAFÜR benötigt wurden *seufz*.

Erneut einschicken... wie würdet ihr weiter vorgehen?
 

From-Hell

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Ich kenne nur wenige Schnitzel, wie freut sich so eins denn? wälzt sich das in Semmelbröseln und springt dann ins heiße Fett!? Dann freu Dich bitte anders ;-)

Wollte auch nur sagen, dass es verdammt schwer ist ein stimmiges weißes System hinzubekommen, dank sehr wenig Auswahl an weißer Hardware
 

Bulletpr00f

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In diesem Thread geht's nicht um das PII System ;)

Ja, es ist verdammt schwierig, das ist wahr. Vor allem, wenn's nicht einfach nach "irgendwie weiß" aussehen soll, sondern einem gewissen Stil folgt. Bin mir echt nicht sicher, was ich mit dem System mache... Ich kenn' meinen Dickkopf und meinen Hang zur Genauigkeit. Fällt vielleicht sonst niemandem auf, wenn er das Case sieht, aber ICH weiß, dass dort 2 DIMMs fehlen (und allein die Effekte vom RAM sind ja nunmehr halbiert :( ) Aber... deswegen direkt wieder alles zerpflücken... >.<
 

Wanderfalke

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Ahhhhh - entschuldige ^^
OKi


Ich kenne nur wenige Schnitzel, wie freut sich so eins denn? wälzt sich das in Semmelbröseln und springt dann ins heiße Fett!? Dann freu Dich bitte anders ;-)
*grins*


... aber ICH weiß, dass dort 2 DIMMs fehlen (und allein die Effekte vom RAM sind ja nunmehr halbiert :( ) Aber... deswegen direkt wieder alles zerpflücken... >.<
Zurück zu ASUS mit dem Kommentar:
Wenn sie den Fehler nicht beseitigen können ( letzte RMA ), dann sollen sie Dir ein neues Board schicken.
 

Bulletpr00f

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Zurück zu ASUS mit dem Kommentar:
Wenn sie den Fehler nicht beseitigen können ( letzte RMA ), dann sollen sie Dir ein neues Board schicken.

Und das ist aus mehreren Gründen leider gar nicht möglich. Wenn der Fehler nicht oder mit verhältnismäßig zu großem Aufwand behoben werden kann, gibt's einen finanziellen Restwertausgleich. Das Board selbst hat nicht mal Asus auf Lager, ist halt S1150, also betagt. Die Serie war limitiert und selbst bei ebay gibt es derzeit nur exakt ein einziges (heute eingestellt und bereits bei 61€). Das ist n Sammlerstück. Ein '69er Mustang. Mit dem kannst du auch nicht zu Ford gehen und einen identischen verlangen, weil er im Laufe der Garantie einen nicht behebbaren Defekt aufweist :( (der Vergleich hinkt etwas, natürlich, soll ja nur verdeutlichen) Deswegen habe ich bereits beim ersten RMA schriftlich festhalten lassen: wenn Fehler nicht behebbar: Board dennoch auf jeden Fall zurück zu mir. Ich liebe das Board. Es ist wie... Direkt für meinen Rechner geschaffen und konstruiert. Daher ja... Lieber mit der Einschränkung leben, als... Nix mehr zu haben. 50€ von Asus würden mir halt nichts bringen. Platformwechsel ist keine Option. Ich will meinen 4790k behalten. :-/
 

Bulletpr00f

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Hab mal das Profil (vor allem auch die Bilder) etwas aktualisiert. Das System läuft soweit sehr stabil, wobei ich die Tage Windoof noch mal neu aufsetze (Probleme mit der ASUS PC Suit...), dann wirds hoffentlich noch leiser im Büro. (scheine diesbezüglich echt äußerst empfindlich zu sein, bisher ernte ich nur hochgezogene Augebrauen, wenn ich von meinem "lauten Rechner" spreche)

Hab nebenbei auch ein Angebot für ein ebenfalls neues Sabertooth Mark S bekommen, über welches ich intensiv nachdenke. Blöd: System zerpflücken und nicht wenig Geld in das "neue" Board investieren - dafür aber endlich das System so haben, wie ich es möchte - ODER: alles einfach so lassen und in Gedanken immer auf dem Problem rumgrübeln und traurig sein... Ich hasse derart Entscheidungen.
 
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