Eine Bestandsaufnahme, defekte RTX 2080Ti

HuDiNi

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Wie an anderer Stelle bereits angekündigt, hier nun mein Beitrag zur kürzlich als "defekt" in der Bucht erstandenen 2080Ti.
Da ich kürzlich unbeabsichtigt den Fred von From-Hell entführt und das bereits einmal getippt hatte hier ein copy-paste des Beitrages.

Ich hatte die Karte für € 525 als defekte 2080 Ti MSI Seahawk-X bei Ebay erstanden.
Nach der Demontage der defekten Hybrid-Kühlung musste ich leider feststellen, dass es sich um eine kaputreparierte ZOTAC-Karte (Chips fehlen) mit lediglich dem Kühler einer Seahawk-X handelt.
Ich hatte sofort Kontakt aufgenommen, dass der Inhalt des Inserats für die Tonne war und nach ein paar abfälligen Worten des Verkäufers und etwas Bedenkzeit (bin ja eigentlich ein netter Mensch) nach 2 Wochen Paypal eingeschaltet (keinerlei Antwort des Verkäufers, der das wohl aussitzen wollte).
Letzte Woche (nach nochmal 2 Wochen) hat Paypal die von mir eingemahnten € 450 zurückgebucht, der Verkäufer hat demnach lediglich 75 € für den Schrott behalten dürfen.
Ich hätte die Karte für Volle Rückerstattung auch komplett retourniert.
Es sind weitere abfällige Worte des Verkäufers gefolgt (weil ich mir auch noch erlaubt habe ihn negativ zu bewerten, welch ein Frevel meinerseits), aber lassen wir das, ...

Die Karte hat einen Haarriss beim vordersten Teil des PCIe-Anschlusses (hauptsächlich Strom und ein paar Signalleitungen), welcher bereits beidseitig ausgeschliffen worden war, wohl um den Verlauf der betreffenden Leiterbahnen über das Multilayer-PCB verfolgen zu können.
Mit etwas Recherche konnte ich feststellen, dass das Ausschleifen vollkommen unnötig war, da sämtliche betroffene Signalleiterbahnen bis auf eine in diesem Bereich über den jeweils obersten Layer verlaufen. Dabei wurden die ersten beiden PCIe-Signalleitungen außerdem ebenfalls beschädigt.
Die eine Signalleitung wegen der man herumgeschliffen hat, ist intern lediglich direkt mit Masse verbunden (eine Art Feedback, dass die Karte steckt), die restlichen Pins sind entweder Masse oder Plus (vom Haarriss nicht betroffen da sehr breite Kupferlayer).
Leider hat man auch bereits an den RAM-Chips und der GPU herumgelötet, es fehlen 4 RAM-Bausteine und das Auslöten der GPU wurde wohl mitten im Vorgang abgebrochen.

Mich hat jetzt der Ehrgeiz gepackt und ich habe beschlossen meine lange Zeit ungenutzten Skills wiederzubeleben.
Ich werde RAMS und GPU neu verlöten (Reball-Zeugs und Flux ist bereits da) und den Haarriss neu versorgen.
Völlig unverständlich fehlt außerdem der Controller-Chip fürs NVLink.
Der wird ebenfalls neu verlötet, wenngleich die Karte wohl auch ohne funktionieren würde (ist unterwegs).

Mal sehen, was dabei rumkommt.
Derzeit zusätzlich investiert wurde in die 4 neuen RAM-Bausteine (€ 72 incl Versand aus China), den Controller-Chip (ein 10-er mit Versand) und einen neuen AirCooler für Referenz-Design 2080 Ti's (€ 92, für ZOTAC 2080Ti Extreme Plus OC von AliExpress, das ist der mit den beiden Minikühlern auf der Backplate, wohl der Beste Luft-Kühler überhaupt für die Referenz-PCBs).
In Summe derzeit etwa € 200 an Teilen und rund € 100 fürs Lötequipment (Flux, Balls, Lötmasken, etc)
Bei Erfolg versuche ich eventuell anschließend mal NV-Link mit den beiden 2080 Ti's.
 

Janary

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Ich bin gespannt, was du erreichen kannst und ob du sie tatsächlich wieder zum Laufen bekommst.

Die spannendste aller Fragen: Was zur Hölle wurde damit gemacht?

Ich würde selbst nie auf die Idee kommen selbst an so was Hand anzulegen, wenn ich es nicht wirklich beherrsche. Wir reden hier immerhin von einer Grafikkarte, die noch heute einen stolzen Wert hat.

Wurde die Verlötung der GPU vielleicht beim Entfernen der RAM-Bausteine beschädigt?
 

HuDiNi

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Auf den Bildern ist gut zu erkennen, dass man wesentlich zu großzügig mit dem Dremel umgegangen ist.
Für mich siehts so aus als habe der Verursacher zwar grundsätzlich das Wissen wie man sowas instandsetzen könnte, jedoch kein gutes Händchen dafür.
Außerdem scheints mit dem Recherchieren nicht so weit her gewesen zu sein und mit einschlägiger Erfahrung wohl auch nicht.
Ich kann keinerlei Spuren von Flux erkennen und davon sollte man bei sowas reichlich Gebrauch machen.
Die Sockel-Pins wurden (o welch Überraschung) natürlich auch nicht mit Kapton-Tape abgedeckt und doch tatsächlich (nun wenig überraschend) teilweise überlötet.
Ich habe vor den Bildern bereits ein wenig Vorarbeit geleistet und Kleber/Harz, Drahtbrücken und große Teile des Lots von den Pins bereits entfernt.

Da das, was ich erhalten habe, laut Vergleichsbildern nicht das MSI PCB sein kann, hinten außerdem eine ZOTAC-Slotblende drauf ist, ich aber wiederrum bisher kein passendes Zotac-Model mit der vorhandenen Bestückung finden konnte (werde weiter versuchen diese einwandfrei zu identifizieren) kann es durchaus sein, dass ich Reste von 3 Karten am Tisch liegen habe.
Der inkompetente Depp, der das verbrochen hat, dürfte demnach hiermit kein Einzeldelikt verübt haben.
Der Verkauf dieses Konglomerats über Ebay hat wohl dem Zweck des Betrugs gedient und Ebay/Paypal waren wohl auch dieser Meinung.

Mir liegen mittlerweile hochauflösende Bilder der Referenzkarten und die ebenfalls auf dem Referenzdesign basierende Palit-Karte meines eigenen Systems vor und anhand der nachschlagbaren PIN-Belegung konnte ich gedanklich das Problem bereits lösen.
Meine eigene Karte eignet sich außerdem hervorragend als Spickzettel zur Verifikation.

Der Haarriss geht leider durch den Stromanschluss am PCIe.
Etwa 65 Watt sollen da drüber und durchs Schleifen wurde das bestimmt nicht besser.
Dort sind nur wenige Signalleitungen mit Relevanz und die sind alle auf den Decklayern bis auf die eine wegen der man (unnötig) geschliffen hat (die hätte man bloß gegen Masse brücken müssen).

Man kann erkennen, daß die GPU schonmal erwärmt wurde, sie steht sichtbar an einer Seite/Kante weiter vom PCB ab.
Da es drunter gleichmäßig ausschaut, denke ich aktuell, der Vorgang wurde abgebrochen.

Die RAMs wurden wohl erst entfernt nachdem der Versuch einer Reparatur aufgegeben wurde.
Eines der verbliebenen RAMS ist leicht verdreht, zeigt aber keine Spuren davon, dass man dort direkt geheizt hat.
Eigenartig in diesem Zusammenhang ist, dass am üblicherweise leeren Platz wohl auch ein Chip verlötet worden war.
 

From-Hell

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Was Um Himmels willen hat der sich gedacht die Grundversorgungsanschluss brauch ich nicht, scheiß auf 5x12V, 2x Ground, 3x VCC3, Jtag1-5, Wake , PowerGround, SM Clock und SMDAT etc. der wollte das Ding mit nem Dieselaggregat bestücken oder was?

Aber ich kann glaube ich erahnen was da passiert ist, ich denke der hat das Board nicht im Gehäuse gehabt, sondern auf ner Bench oder einfach freistehend, beim herausnehmen der Karte die Arretierungen gelöst, die Karte hinten zuerst angehoben und bei rausziehen und dann vorne noch schräg drin steckend das ding seitlich weggeknickt, oder mit Gewalt rausgehebelt, dafür spricht der Bruchwinkel.
Sehen wir bei uns in der RMA immer mal wieder.
Daraufhin wird er gedacht haben, das PCB kann ich nicht retten, also RAMs und GPU Auslöten und ne Karte mit durchgebrannter GPU kaufen und die Teile Umlöten.
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HuDiNi

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Auweia, ... :eek:
Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass es noch schlimmer geht.

Wenn er doch bloß gedacht hätte "das kann ich nicht retten" und dann die Finger davon gelassen hätte, wäre alles gut. Hat er aber leider nicht. :devilish:

Das erste Bild wo der gesamte Bereich abgebrochen ist.
Ist das auch eine 2080Ti? Nur falls ja, hast du das eventuell in sehr guter Auflösung vorliegen?

Beim 2. Bild kann man sehr schön sehen, dass die Karte nie vollständig in einen Slot gesteckt war.
War die eventuell an einem Riser angesteckt?

Das 3. Bild könnte sogar eine 2080Ti sein, welche man im angebrochenen Zustand noch mal in Betrieb genommen hatte. Sehe ich da etwa Lot?
 

HuDiNi

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Ein kleines Update hierzu.
Der Controller-Chip sowie der große Luftkühler sind wohl bereits in Österreich (beides wohl per Luftsammelfracht mit laut Tracking 10 Tagen Wartezeit alleine in China).
Der kleine Chip wurde vermutlich bereits zugestellt (geht an die Firmenadresse, ich habe derzeit aber Urlaub).
Der Kühler muss noch durch den Zoll (mit Versand > € 100) , da kommen möglicherweise ein paar EURO Gebühr, in jedem Fall die Einfuhrumsatzsteuer drauf.
Die RAM-Chips kommen wohl per Schiff (Schanghai/PUDONG), das dauert noch etwa 14 Tage länger.
 

From-Hell

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Die ersten beiden Bilder sind von einer Zotac 2080TI , das dritte von einer EVGA 2080

Bei der Zotac ist das die reine saubere Fiberglas Bruchstelle
Der Kollege bei der EVGA hat versucht das Stück Fiberglas PCB wieder anzukleben mit sekundenkleber und dann Mit silberlot versucht die weggebrezelten Kontakte nachzuziehen
Mal testweise eingesteckt, kriechstrom, Kurzschluss, Board im Arsch, RTX komplett im Arsch
Der Vogel mir der Zotac hatte sie zu weit hinten angesetzt, den Nöppel vor den ersten Pins der vor dem Slot sitzt, in den Slot geschoben und dann kräääääftig gedrückt



Wo wir bei China sind, wie Konfuzius sagte:

Schlimmel geht immel

Du hast keine Ahnung was man zu sehen bekommt, wenn man bei uns in der RMA reinschaut, ich mache das mittlerweile zum runterkommen, immer wenn irgendwas nicht klappt, dann geh ich auf nen Kaffee in die RMA, wenn Du die scheiße siehst, dann werden Deine Probleme schlagartig winzig

Erster Bauversuch eigener PC ist so ein Beispiel, da hat dem Jungen Mann mit viel zu viel Taschengeld jemand gesagt, das er auf jedem Fall gute Wärmeleitpaste nehmen soll und die dünn und gleichmäßig auftragen
Das hat er gemacht, Sockel 1151v5 Z390 Aorus Extreme Waterforce
Flüssigmetall WLP auf die CPU, leider hat ihm keiner gesagt dass die auf den DIE Deckel gehört, also hat er die Kontakte und Transen des i9 9900K komplett damit bepinselt, eingebaut und angeschaltet..... rate mal
oder unsachgemäßere Kühlereinbau, Abstandhatler vergessen und sowas

Unsere RMAler bekommen auch kein Gehalt, die bekommen Schmerzensgeld und 1000€ extra im Monat für den Psychater
CPU-1.jpgCPU-2.jpg
 
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HuDiNi

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Erneut Danke.

LOL :ROFLMAO:
Als Notrettung ginge das sogar (bei Privatgebrauch ohne ästhetischen Anspruch) noch durch, wenn er die ausgefransten Layer durch Drüberschleifen vorher voneinander getrennt hätte.
Kurzschlüsse hätte man ja vor dem Heißtest auch noch durch Messen ermitteln können. ;)
Und auch hier erkennt man, es fehlte (neben ein paar zusätzlichen Drahtbrücken) an KAPTONTAPE :rolleyes:, ...

Der saubere Fiberglasbruch wäre für mich hochauflösend wichtiger.
Wenn man schonmal die Gelegenheit hätte, sowas in dieser Form zu sehen.
Ich meine den vertikalen Verlauf von ein paar Durchkontaktierungen darauf zu erkennen entlang derer wie bei einer Art Perforation das Stück auch gebrochen ist.
 

From-Hell

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Ja Du meinst die Rillen, die führen aber keine weiteren Leiter, das sind nur Durchkontaktierungen bzw Sacklöcher vom Multilayer PCB, am Anschluss an sich hast nur die außen mit 200µm aufgedampften Goldzungen, die Leiterbahnen zu den Goldzungen verlaufen ausschließlich außen

Da die Linien Durchlaufen können das nur Durchkontaktierungen sein, ganz links im Bruch ist ein schwarzer Punkt mittig im PCB, das könnte ein Vergrabener DK / Burried VIA zwischen Layer 2 und 3 sein

Was bin ich froh das ich Kühlungen entwickle, keine PCBs ;-) Ich bin Mister TEC / Peltier, PCBs bekomme ich immer in Heil und neu .-)
 
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From-Hell

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Wenn ich mir den Bruch an Deinem PCB so ansehe, der ja auch weit oben sitzt, dann verläuft der auch entlang dreier oder vierer Durchkontaktierungen oder Sacklöchern, das heißt da sind auch ein paar zwischenlayer Bahnen gebrochen, wie Du die wider Zusammen bekommen willst weiß ich auch nicht, für meine Begriffe sitzt der Bruch zu weit oben um reparabel zu sein
Das Klingt nach Becker-Mueller in BaWü, Steinach, die machen Schaltungsdruck und Multilayer, evtl können die die Röntgen und reparieren. Für Backen sitzt das zu tief
 

From-Hell

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Ja, da kannste Recht haben, wäre was für OT, die schönsten Hardware Fails des Jahrhunderts.
Ich krieg da ja immer nen Blutdruck wie ne hydraulische Presse wenn ich so ne kacke sehe, wir reden ja schließlich von Mikroelektronik und teilen die im Mikrometer Bereich gefertigt werden, sowas behandelt man nicht mit Kraft, Gewalt und nem Hammer, auch 24V Akkuschrauber mit verlängerter Bitaufnahme sind Werkzeuge die bei ner Mainboardmontage nix zu suchen haben. Durchgebogene INTEL CPUs sind quasi wöchentlich dran, weil die Kühler das unsachgemäß raufgerammelt werden, als würden sie nen Stahlträger am Hochhaus andübeln.
Wärmeleitpaste ist mittlerweile auch sowas wie das bepanthen der IT, wo wir das schon überall gefunden haben, Wärmeleitpads für M.2 Kühler wo noch die Schutzfolien drauf waren, dann haste genau den gegenteiligen Effekt, die Wärme wird nicht abgegeben und der Kühler daruber sorgt noch für Hitzestau.
Das schönste war ein Gerät, das hat am Anfang erstmal zumindest gedanklich sinn gemacht, ein selbstgebauter Peltier Kühler, das heißt er hat ein fettes Peltier Element direkt auf den Abnehmer von nem Thermalright Silver Arrow gefriemelt, soweit so unclever, die Temperatur auf der Kontaktplatte unterseite war dann tatsächlich auch -12Grad
Nur die Gesetze die dich umgehend verurteilen und bestrafen, wenn Du sie missachtest, also quasi der Judge Dredd unter den Gesetzen sind die physikalischen Gesetze.
Denn noch wärend des Betriebs mit 8 Grad ( ja 8 Grad ) cpu temperatur auf nem massiv übertakteten Ryzen 9 haben sich Eiskristallen aus der kondensierten Luftfeuchtigkeit gebildet, am gesamten Unterteil des Kühlers, Platte, Heatpipes usw. sobald das Peltier abgeschaltet wurde, hat sich dieses Eis in das verwandelt woraus es besteht, richtig, feinstes Wasser, ist immer schön nach unten auf die Graka und das NT getropft.
Nach ca einer Woche voll cooler peltier Kühlung ohne steuerung und verdampfer hat es dann peng gemacht und ein großer Teilder teuren Hardware war hin.
Deswegen mein Rat, erst Hirn einschalten, dann den PC. Und man sollte nicht glauben das Peltier Elemente der neueste heiße Scheiß wären, die gabs in der IT schon vor 25 Jahren und dann immer mal wieder, nur richtig bekannt wurden sie nie, ganz einfach weil diese Technik nur unter ganz bestimmten Umständen und dann in wirklich spezieller Machart und vor allem einer ausgefeilten Steuerung wirklich Sinn machen und was bringen.
da ist ein stinknormaler Kupferzylinder auf der CPU, gefüllt mit Trockeneis wesentlich unproblematischer, denn fester Stickstoff ist im Gegensatz zu seinem Verwandten aus H2O eben wie der Name sagt, trocken, wasser- nass. Nass und Elektronik ist nur für einen gut, nämlich den Händler der dir dann die neuen Teile verkauft
 
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HuDiNi

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Wenn ich mir den Bruch an Deinem PCB so ansehe, der ja auch weit oben sitzt, dann verläuft der auch entlang dreier oder vierer Durchkontaktierungen oder Sacklöchern, das heißt da sind auch ein paar zwischenlayer Bahnen gebrochen, wie Du die wider Zusammen bekommen willst weiß ich auch nicht, für meine Begriffe sitzt der Bruch zu weit oben um reparabel zu sein
Das Klingt nach Becker-Mueller in BaWü, Steinach, die machen Schaltungsdruck und Multilayer, evtl können die die Röntgen und reparieren. Für Backen sitzt das zu tief
Ich denke anhand PCIe-Belegung und meiner Sichtprüfung, dass ...

1.) die Signalleitungen kein Problem sind.
Die eine wegen der man geschliffen hat, wurde ja durch Schleifen an der zugehörigen Durchkontaktierung bereits freigelegt und konnte gemessen werden (hat 0 Ohm gegen Masse). Das werde ich auf meiner baugleichen Palit aber noch verifizieren. Es könnte ja auch ein kurzer sein.
Alle anderen Leitungen sind auf den Decklayern und können daher mit Lackdraht neu gemacht werden.

2.) die bestimmt arg ramponierten Stromlayer nicht wirklich stören, solange keine Kurzschlüsse vorhanden sind (da sind aktuell ohnehin durch die übermäßige Schleiferei keine messbaren).
Alles was Strom ist, ist am Anfang bei den Pins und Ende bei den Leistungsbauteilen jeweils zugänglich (sind ja eingangsseitig parallele und unbestückte Lanes da).
Zusätzlich zur immer nur provisorisch möglichen Reparatur an der Bruch-/Schleifstelle sind also immer (unschöne) Drahtbrücken zusätzlich möglich.
Im Bruchbereich werde ich mit Schichten aus dem flexiblen Acrylat zuerst für gesicherte Isolation sorgen (stabilisiert hier zugleich das PCB) und mittels Kupferband und/oder ein paar Drahtbrücken überlöten. Vor allem beim gut sichtbaren Layer rund um die Schleifstelle sollte das problemlos gehen.

3.) das Ergebnis in jedem Fall anschließend keinen Schönheitswettbewerb mehr gewinnen wird können und daher unter einem dicken Kühler versteckt werden muss, ... :joker:

Mit etwas Akribie und ohne Zeitdruck sollte anschließend eine hoffentlich funktionierende 2080Ti stehen und bietet bis dahin Abends und bei Schlechtwetter einen launigen Zeitvertreib.

Unsicherheiten bestehen durch die ganze Vorgeschichte lediglich bezüglich GPU und bei dem tatsächlich frei zu lassenden RAM-Platz und eventuell die restlichen noch vorhandenen RAM-Module.
Da der RAM unberührt ist und die Ausfallursache ja klar ist, denke ich an dieser Stelle nicht wirklich an weitere Probleme auch bei der GPU nicht.

Laut GamersNexus sollte der freie Platz bei einer GPU mit K1 (gestrippte Titan-GPU) jedoch immer an der selben Stelle sein. Gab ja offenbar K1 bis K6 (laut Forenbeiträgen, nur bis K3 auf techpowerup).
Im Netz findet man zu den anderen Nummern aber keine Bilder/Bestückungen, nur Spekulation bzw. nur Abbildungen von entsprechend gelaserten GPUs welche nicht aufgelötet sind.
Daher meine eigene Spekulation an dieser Stelle:
Falls K1 bis XX tatsächlich den defekten RAM-Controller XX einer Titan wiederspiegeln sollten, waren die Yields offenbar schon zu Anfang so gut, dass immer gestrippt werden musste um 2080Ti draus zu basteln (oder es war immer mehr defekt als nur ein Controller, also trash).
Ich konnte bislang auch keine Bilder von anders bestückten, referenzbasierten Karten oder PCBs bei der Google-Bildersuche finden.

Andere Interpretationen sind gerne willkommen.
 

HuDiNi

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Und man sollte nicht glauben das Peltier Elemente der neueste heiße Scheiß wären, die gabs in der IT schon vor 25 Jahren und dann immer mal wieder, nur richtig bekannt wurden sie nie, ganz einfach weil diese Technik nur unter ganz bestimmten Umständen und dann in wirklich spezieller Machart und vor allem einer ausgefeilten Steuerung wirklich Sinn machen und was bringen.
Du weist doch bestimmt, dass Intel für seine Gen10-CPUs sogar selbst einen solchen KRYO-Kühler vorgestellt hatte (wohl um dem Debakel mit der veralteten Fertigungstechnik und den nochmals erhöhten Strömen gegenzusteuern).
Mit eben jener von dir erwähnten ausgefeilten Steuerung (Platte auf der CPU immer ein paar Grad über Environment-Temps).
Die Intel-Kreation hab ich aber nie wo zu kaufen gesehen (eventuell auch übersehen).

Versionen von EKWB EK-QuantumX Delta TEC und Cooler Master (MasterLiquid ML360 Sub-Zero) mit Intel-Steuerung kann man sogar im einschlägigen Handel kaufen (ab €350 bei 200 Watt Leistungsbedarf).
Das sind aber Hybrid-Lösungen und im Prinzip direkt auf einem CPU-Wasserblock aufgesetzte Chiller, die nur dann helfend eingreifen, wenn Spitzenleistung gefordert wird.
Wegen der Überwachung und dadurch dass er nicht das Wasser sondern den CPU-Block chillt (die Abwärme des Peltier wird vom Wasser abgeführt), kann sofort nach Abschaltung/Runterregelung wieder wärmeres Wasser die Temperaturen an der CPU über dem Taupunkt halten.
Ungeregelt und bei entsprechend geringer CPU-Last ist laut Bericht selbst das 200 Watt-Peltier in der Lage die CPU unter 0° zu drücken.

Für die geringe Baugröße verglichen mit Chillern im Wasserkreislauf ist sowas schon eine Hausnummer.
Der Preis erscheint mir in diesem Vergleich auch als durchaus annehmbar, zumal man im Fall von Cooler Master eine komplette 360-er-AIO (Pumpe extern) dafür bekommt.
Allerdings muss klarerweise 200 Watt Reserve vom NT vorhanden sein.
 
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From-Hell

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Ja, ich überlege gerade ernsthaft ob man nicht mal sowas wie Dau Alarm hier neu beleben sollte, gibt ja selten was zu lachen 😁
Das mit den Peltier Techniken ist mir bewusster als jedem anderen, spezielle Kühlungen sind mein Beruf, arbeite seit über 20 Jahren mit Peltier Elementen, war an der Entwicklung der 100% passiven HFX HTPC Gehäusen beteiligt, ebenfalls an Phononic Hex 2.0, EK Walter Blocks EK QuantumX Delta TEC, an einigen Dynatron, Dell und HP Serverkühlungen im TEC Bereich, etc..
Peltier Systeme können, wenn sie richtig gemacht sind und entsprechend schwer kühlbare Systeme mit hohen Temperaturen das Problem sind, eine sehr sinnvolle Sache sein. Unbestritten, aber es muss eben richtig gemacht und vor allem richtig gesteuert werden, einfach mal ein Element Reinklatschen, mit 350Watt beschicken und es lustig finden dass da -20 Grad auf dem DIE Deckel anliegen, ist nicht die Lösung, gerade wegen des Frost Nebeneffekte, und auch der hohen Zusatzleistungsaufnahme.
Es gab in all den Jahren immer wieder komplette Peltier Kühlungen, von AIO Waküs über normale Luftkühler wie den V10 von CoolerMaster, aber die schaffen es selten in den Mainstream Markt, weil sie schlicht nur bei maximal 2-5% aller Systeme tatsächlich Sinn machen würden.
Der Einsatzbereich schränkt sich vor allem auf Platzbeschränkte Systeme wie Server , UHP Overclockingsysteme und ein paar Sonderfälle ein. Kostet halt auch Geld, ordentlich Strom und braucht eine dem System angepasste Leistung. Das macht es als Ware von der Stange schwierig in der Vermarktung.
Intels kauf dir mal ein Element und Spiel rum Weg sehe ich sehr kritisch, denn TEC ist kein Spielkram.
Es gibt so viele Möglichkeiten die TEC eröffnet, aber auch gleichzeitig dreimal so viel neue zusätzliche Probleme die es mitbringt. Das gehört vernünftig geplant und berechnet, dann macht es Sinn.
Ich habe seit 6 Monaten den effizientesten Server ever im Test, wir haben einfach mal den Nachhaltigen Weg probiert, dazu haben wir einen Blade Server Schrank mit einem großen WaKü Kreislauf versehen, an dessen Ende eine Wärmepumpenheizung von Nibe hängt, mit einem speziell angepassten Wärmetauscher führen wir die Abwärme des Servers an die Heizung, die nimmt sehr große Mengen Wärme sehr schnell ab, denn wenn man mal z.B. eine Kleine Firma nimmt, die ein Gebäude mit sagen wir mal 300qm Fläche hat mit einer kombinierten Wohn und Geschäftsnutzung so hat die einen permanenten Bedarf an Warmwasser und in Heizperiode auch an Heizung, die Wärmepumpenanlage mit dem Wasser Wärmetauscher ist da ne feine Sache, ich bekomme meine Wärme vom Server blitzschnell weg, die Heizung verwendet sie direkt oder speichert sie im Speicher, dadurch habe ich einen Riesigen " Radiator" in Hausgröße und die Abwärme des sowieso laufenden Servers spart gleich noch massig Energie, denn die Heizung bekommt ja schon gut vorgeheizten Wasser angeliefert, ich muss also keine riesigen Klimageräte betreiben um den Serverraum zu kühlen, und noch mehr Strom aufwenden um die vom Strom erzeugt Abwärme zu bezwingen, nein, ich nutze sie einfach, so wird die Energie effizient mehrfach genutzt, das schont die Umwelt, hält die Hardware immer kühl und spart im Jahr tausende Euros Strom.
Und im Prinzip ist es überall nutzbar, denn Heizungsanlagen sind Usus, Bedarf an Warmwasser hat man ganzjährig, Heizung auch einige Monate. An dem Ball bleiben wir jetzt dran und werden das weiter verfeinern.
Wärmepumpenheizungen sind eh die Zukunft, kein Brennstoff, keine Abgase, Wärmetausch macht eh Sinn, und da die Systeme immer effizienter werden, lassen die sich mitvein wenig Solarstrom vom eigenen dach gut betreiben
 

HuDiNi

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Ich habe ja einen 9900k und da könnte man in Punkto KRYO-Cooler schnell schwach werden. ;)
Du hast natürlich recht, das wäre Perlen vor die Säue.
Mein System ist bei 3DM ja auch so unter den Top-Bewertungen (rein für 9900k und 2080Ti sogar unter den Top 6% von ettlichen 100k, was gemessen am Aufwand so schlecht nicht ist).
Ich bin mir bewusst, das 3DM nicht wirklich ein Kriterium in Real-Szenarien ist.
Für Vergleiche aber absolut tauglich, da die Randbedingungen ja für alle gleich sind.

Meine Prämisse ist derzeit, dass System für meine Racing-SIM-Sitzungen etwas leiser zu bekommen.
Duallüfter-Referenzkarten sind ja nur wassergekühlt wirklich dauerperformant und lärmtechnisch geniesbar.

Ich kann ja nach der hoffentlich erfolgreichen Rep. der defekten Karte mal mir der dann 3-fach luftgekühlten Karte vergleichen.
 

From-Hell

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Kühlung ist halt das AundO, denn die steigert die Leistungsfähigkeit ( wärmebedingter Anstieg des elektrischen Widerstanda und damit mehr Aufnahme für gleiche Leistung ) , erhöht die Lebensdauer und richtig gemacht ist sie herrlich leise, der 9900k ist ne nette Heizung, aber ich denke das in der beschriebenen Konfig das System herrlich leise umsetzbar ist, das Geheimnis liegt in den Lüftern, da kursieren ja die wildesten Theorien, Schall addiert sich und so ein Mist, möglichst wenig Lüfter ist leiser , alles kompletter geistiger Dünnschiss. Schall addiert sich nicht, das ist viel komplizierter, deswegen sind mehr Lüfter gar nicht lauter, sondern oft sogar leiser, weil sie auf viel niedrigeren Umdrehungen viel mehr Durchsatz schaffen und die Ursache für Lautstärke damit im Kern erstickt wird, nämlich hohe drehzahlen
 
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